Brussel,
30
Juni
2021
|
11:36
Europe/Brussels

Weltpremiere – der neue eActros

Zusammenfassung

Der eActros setzt Maßstäbe im CO2-neutralen Güterverkehr

  • Mercedes-Benz Trucks will bis 2039 in Europa vollständig auf elektrisch angetriebene Lkw umstellen.
  • Mit dem eActros setzt Mercedes-Benz Trucks einen wichtigen Meilenstein zur Erreichung der im Pariser Klimaabkommen definierten Ziele.
  • Der eActros ist nun „Charged & Ready“ und integraler Bestandteil eines geschäftlichen Ökosystems.
  • Die Erkenntnisse aus der „eActros Innovationsflotte“ und der enge Austausch mit den Kunden sind in die Entwicklung des Serienmodells eingeflossen.

Die Logistikbranche steht vor großen Herausforderungen: Die Umweltauflagen werden immer anspruchsvoller, auf der anderen Seite wächst das Transportvolumen weltweit. Dieses Volumen muss so nachhaltig und effizient wie möglich bewegt werden.

Angesichts seiner gesamtgesellschaftlichen Verantwortung für den Klimaschutz verfolgt
Mercedes-Benz Trucks daher mit Hochdruck das Ziel eines CO2-neutralen Güterverkehrs durch Batterie- und Brennstoffzellentechnologie auf Wasserstoffbasis. Das Unternehmen bekennt sich damit zum Pariser Klimaabkommen, also zur Dekarbonisierung der Branche, und will sein Portfolio bis 2039 in Europa vollständig auf elektrisch angetriebene Lkw umstellen.

Der eActros von Mercedes-Benz Trucks ist nun der erste vollelektrische Serien-Lkw mit Stern und markiert einen wichtigen Schritt in Richtung eines lokal CO2-neutralen Güterkraftverkehrs. Weitere Schritte für den Fernverkehr sind in Planung: Die Serienfertigung des Niederflur-Lkw Mercedes-Benz eEconic ist für das Jahr 2022 vorgesehen. Der batterieelektrische eActros LongHaul soll 2024 und der GenH2 Truck mit wasserstoffbasierter Brennstoffzelle in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts kommen.

Innovative Antwort auf Disruption in der Transportbranche

Der speziell für den schweren Verteilerverkehr konzipierte eActros steht für Nachhaltigkeit und steigert durch seine Ressourcenschonung zugleich das Image eines Transportunternehmens wie auch die Attraktivität des Berufs des Lkw-Fahrers selbst. Gleichzeitig ermöglicht es der eActros, den regionalen und lokalen Verteilerverkehr „neu“ zu denken. Denn mit dem elektrischen Lkw sind für die Kunden gleich eine ganze Reihe von Vorteilen verbunden. Vorteile wie beispielsweise die Möglichkeit von Nachtanlieferungen oder die Einfahrt in Innenstädte, in denen es Dieselfahrverbote gibt.

Mercedes-Benz Trucks bietet Fuhrparkbetreibern integrierte Gesamtlösung

Selbstverständlich muss sich die Anschaffung eines elektrifizierten Lkw für Transportunternehmer im Alltag rechnen. Darüber hinaus stellen sich für Transportunternehmer viele Fragen: Auf welchen Strecken kann ich E-Fahrzeuge einsetzen? Wie sieht es mit der Ladeinfrastruktur aus? Mit welchen baulichen Maßnahmen und Investitionen muss man fürs Depot-Laden rechnen?

Umso wichtiger ist es deshalb, den Kunden nicht nur einen elektrischen Lkw zu verkaufen, sondern sie auf dem Weg in die Elektrifizierung ihres Fuhrparks zu begleiten. Schließlich ist E-Mobilität mehr als nur ein neuer Antrieb. Genau deswegen hat Mercedes-Benz Trucks den eActros im Sinne von „Charged & Ready“ in ein geschäftliches Ökosystem eingebettet, das auch Beratungsangebote (eConsulting) sowie digitale Lösungen rund um die E-Mobilität und die Optimierung der Gesamtbetriebskosten, also der Total Cost of Ownership (TCO), umfasst. Die integrierte eActros-Lösung präsentiert sich als Full-Service-Angebot, das Mercedes-Benz Trucks zum verlässlichen Partner seiner Kunden für die nachhaltige Mobilität der Zukunft macht.

Erfolgreiche Praxis-Einsätze bei Kunden im Rahmen der „eActros Innovationsflotte“

Nachdem Mercedes-Benz Trucks bereits auf der Nutzfahrzeug IAA 2016 in Hannover das Konzeptfahrzeug eines schweren Verteiler-Lkw für den urbanen Raum präsentiert hatte, gingen ab 2018 Prototypen des eActros bei verschiedenen Kunden in Deutschland und weiteren europäischen Ländern in die Praxis-Erprobung. Erklärtes Ziel der „eActros Innovationsflotte“ war es, ab 2021 die Serien- und Marktreife des Elektro-Lkw für den schweren Verteilerverkehr zu realisieren. Zu diesem Zweck wurden unter anderem der Energiebedarf nach verschiedenen Einsatzszenarien und die Wirtschaftlichkeit des eActros-Prototyps ermittelt. Die Entwicklung und Erprobung der Prototypen der Innovationsflotte wurde im Rahmen des Projekts „Concept ELV²“ zu verschiedenen Teilen vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

Die zentrale Erkenntnis aus dem über zweijährigen Pilotbetrieb: die Performance des Prototyps überzeugt. So zeigten sich die Fahrer zum Beispiel sehr angetan von der durchgängigen Verfügbarkeit des Drehmoments über den gesamten Geschwindigkeitsbereich hinweg. Zudem berichteten sie insbesondere auch von der leisen Fahrweise und dem angenehmen, ruhigen Fahrgefühl. Die Erkenntnisse aus der Innovationsflotte und der enge Austausch mit den Kunden sind vollständig in die Entwicklung des Serienmodells eingeflossen. Gegenüber dem Prototyp wurde das Serienfahrzeug in wichtigen Eigenschaften wie Reichweite, Antriebsleistung und Sicherheit nochmals deutlich optimiert. Customer-Co-Creation also in Reinkultur. In einem ersten Schritt ist das Serienmodell des eActros in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Dänemark, Norwegen und Schweden verfügbar. Weitere Märkte werden folgen.

High-Tech für eine nachhaltige Performance

Der eActros hat Power und sorgt für ein eindrucksvolles Fahrerlebnis

  • Die kompakte zweimotorige e-Achse des elektrischen Antriebsstrangs ermöglicht eine Spitzenleistung von bis zu 400 kW.
  • Der eActros ist mit drei oder vier jeweils rund 105 kWh[1] starken Batteriepaketen und somit einer Gesamtkapazität von 315 oder 420 kWh[2] erhältlich.
  • Die Reichweite beträgt bis zu 400 Kilometer[3].
  • Der eActros bietet unter anderem durch seine kraftvolle Beschleunigung sowie seinen geringen Geräuschpegel einen hohen Fahrkomfort.

Reichweite, Leistungsentfaltung, schnelle Wiederaufladung, Praxistauglichkeit und vielfältige Einsatzmöglichkeiten rund um die Uhr geräuscharm und lokal CO2-emissionsfrei: Das sind bei der Entscheidung von Transportunternehmern für einen Elektro-Lkw ganz wesentliche Kriterien. Angeboten wird der eActros als Zwei- und als Dreiachser mit 19 beziehungsweise 27 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Basis ist der Rahmen des Mercedes-Benz Actros. Der leise Antrieb erlaubt auch Nachtanlieferungen und entlastet damit den Straßenverkehr zu Stoßzeiten.

Permanente Leistungsübertragung an die e-Achse

Mercedes-Benz Trucks setzt beim eActros auf eine globale Plattformarchitektur: den ePowertrain. Technologisches Herzstück ist dabei die Antriebseinheit, eine elektrische Starrachse mit zwei integrierten Elektromotoren und Zwei-Gang-Getriebe. Dieses Konzept bietet im Vergleich zu Konzepten mit einem Zentralmotor zahlreiche Vorteile. So ermöglicht die kompaktere Bauweise einen größeren Bauraum für eine höhere installierbare Batteriekapazität, was sich wiederum positiv auf die Reichweite auswirkt. Die mit diesem Konzept verbundene direkte Leistungsübertragung bietet gegenüber einem Zentralmotor auch Effizienzvorteile.

Die beiden mittig an der Hinterachse angebrachten Motoren generieren eine Dauerleistung von 330 kW sowie eine Spitzenleistung von 400 kW. Die unmittelbare Drehmomentbereitstellung der Elektromotoren gepaart mit dem Zwei-Gang-Getriebe sorgt für eine kraftvolle Beschleunigung, einen eindrucksvollen Fahrkomfort und eine Fahrdynamik, die gegenüber konventionellen Diesel-Lkw ein entspannteres und stressfreieres Fahren ermöglichen. Im Volllast-Betrieb trägt zum entspannteren Fahren auch der um 10 dB reduzierte Innengeräuschpegel bei – das entspricht etwa einer Halbierung der wahrgenommenen Lautstärke. Im Gegensatz zu einem Diesel-Lkw gibt es außerdem deutlich weniger Vibrationen.

Batterie-Technologie von Mercedes-Benz Trucks

Seine Energie schöpft der eActros je nach Ausführung aus drei oder vier jeweils rund 105 kWh4 starken Batteriepaketen, die in Schubladenform unterhalb des Rahmens angebracht sind. Hieraus resultiert eine Gesamtkapazität von 315 oder 420 kWh[4]. Die maximale Kapazität von 420 kWh ermöglicht dabei eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern[5].

In diesem Zusammenhang hat die Kombination großer Batteriepakete mit leistungsstarken Elektromotoren einen positiven Nebeneffekt: das signifikante Rekuperationspotenzial. Denn bei jedem Bremsvorgang kann der Elektromotor die Bewegungsenergie in elektrische Energie umwandeln. Die so gewonnene Energie wird in die Batterien des eActros zurückgeführt, gespeichert und kann wiederum für eine höhere Reichweite genutzt werden. Situationsabhängig kann der Fahrer zwischen fünf verschiedenen Bremsstufen wählen.

Über den Ladezustand der Batterien, die verbleibende Reichweite sowie den aktuellen und durchschnittlichen Energieverbrauch in kWh pro 100 Kilometer informiert kontinuierlich eine Anzeige des im eActros serienmäßig verbauten Multimedia-Cockpits Interactive.

Die Batteriepakete speisen neben dem Antrieb auch das komplette Fahrzeug mit Energie. So werden beispiels­weise Nebenaggregate wie der Druckluftkompressor der Bremsanlage, der Kompressor der Fahrerhaus-Klimaanlage und gegebenenfalls der Kühlaufbau ebenfalls elektrisch betrieben. Die Batteriepakete können im Bedarfsfall spannungsfrei getauscht werden.

Durchdachtes Konzept für Aufladung und Bündelung der Komponenten

Ladestandard ist das Combined Charging System CCS. Der eActros kann mit bis zu 160 kW geladen werden: Die drei Batteriepakete benötigen an einer üblichen DC-Schnellladesäule mit 400A Ladestrom etwas mehr als eine Stunde, um von 20 auf 80 Prozent geladen zu werden[6]. Zum Laden benötigt der eActros einen Stecker vom Typ CCS Combo-2, außerdem muss die Ladestation DC-Laden (Gleichstrom) unterstützen.

Das Niederspannungs-Bordnetz mit zwei herkömmlichen 12-Volt-Batterien wird mithilfe eines DC/DC-Wandlers aus den Hochvolt-Batterien geladen. So können bei Ausfall oder Abschalten des Hochvolt-Netzes alle relevanten Fahrzeugfunk­tionen wie Licht, Blinker, Brems- und Luftfedersysteme sowie die Fahrerhaus­systeme aufrechterhalten werden.

Zahlreiche Hochvolt- und Niederspannungs-Komponenten sind im eActros ganz kompakt in einer Front-Box im ehemaligen Bauraum des Verbrennungsmotors gebündelt. Dazu zählen unter anderem Wärmetauscher, Wasserpumpen, Kabinenstromkreise, DC/DC-Wandler, Ventile und die beiden Niederspannungs-Batterien. Im Reparatur- und Wartungsfall sind die Komponenten in der Front-Box leicht zugänglich. Darüber hinaus ermöglicht die kompakte Front-Box eine bessere Gewichtsverteilung der Achsen.

Geschäftliches Ökosystem

Mercedes-Benz Trucks bietet seinen Kunden rund um den eActros umfassendes eConsulting und intelligente digitale Lösungen

  • Zum Beratungsangebot der eConsulting-Teams von Mercedes-Benz Trucks zählen Routenanalysen, die Überprüfung möglicher Subventionen, die Unterstützung bei der operativen Flottenintegration und die Optimierung der Gesamtbetriebskosten.
  • Siemens Smart Infrastructure, ENGIE und EVBox Group stehen den Kunden auf Wunsch als Partner für die Analyse der Betriebshöfe und den Aufbau der geeigneten Infrastruktur samt intelligenter Ladelösungen mit Hard- und Software zur Seite.
  • Digitale Lösungen und Apps tragen zu einem noch effizienteren Einsatz des eActros im Fuhrpark bei.
  • Rundum-Schutz dank Servicevertrag Mercedes-Benz Complete mit Mercedes-Benz Uptime.

Mehr denn je werden Lkw-Kunden in den nächsten Jahren vor der Herausforderung stehen, die für sie je nach Branche, Segment und konkreter Anwendung optimale Antriebstechnologie zu wählen. Die E-Mobilität nimmt dabei perspektivisch die zentrale Rolle ein. Erklärtes Ziel von Mercedes-Benz Trucks ist es, den damit verbundenen Herausforderungen über die Fahrzeugkonzepte hinaus mit maßgeschneiderten Angeboten zu begegnen und Transportunternehmer beim Umstieg auf die E-Mobilität zu unterstützen, um so die Nutzung von Elektro-Lkw so wirtschaftlich wie möglich zu gestalten.

Zu diesem Zweck hat Mercedes-Benz Trucks unter dem Namen eConsulting ein Ökosystem inklusive Beratung und Infrastruktur-Angeboten entwickelt: die integrierte eActros-Lösung. Das Full-Service-Angebot beginnt schon damit, dass zunächst einmal anhand bestehender Fahrstrecken ein möglichst realistisches und aussagekräftiges Nutzungsprofil von elektrischen Lkw für den jeweiligen Kunden ermittelt wird. Darüber hinaus umfasst das eConsulting von Mercedes-Benz Trucks die umfassende Beratung zur effizienten Fahrzeugnutzung und Optimierung der Gesamtbetriebskosten, Unterstützung bei der Integration von Elektro-Lkw in den Fuhrpark oder auch die Prüfung möglicher öffentlicher Förderungen der Infrastruktur und Fahrzeugen.

Mercedes-Benz Trucks steht seinen Kunden auf Wunsch auch in allen Fragen der Planungs-, Beantragungs- und Umsetzungsprozesse zur Seite und sorgt so für eine maßgeschneiderte schlüsselfertige Ladeinfrastruktur mitsamt Netzanbindung. Eigens hierfür hat Mercedes-Benz Trucks eine strategische Partnerschaft mit Siemens Smart Infrastructure, ENGIE und EVBox Group geschlossen. Nimmt der Kunde deren Dienstleistungen in Anspruch, kommen die genannten Partner für die Analyse der Betriebshöfe und den Aufbau der geeigneten Infrastruktur beziehungsweise Energieversorgung ins Spiel. In ihren Händen liegen außerdem Wartung und Service der Ladeinfrastruktur. Siemens Smart Infrastructure, ENGIE und EVBox Group stehen in allen Phasen im engen Austausch mit Mercedes-Benz Trucks.

Einen ersten und wichtigen Schritt für den Einstieg in die E-Mobilität stellt grundsätzlich das Depot-Laden auf den Betriebshöfen der Lkw-Kunden dar. Hier lässt sich die notwendige Infrastruktur maßgeschneidert auf die Bedarfe und Abläufe des jeweiligen Logistikers zuschneiden. Das Depot-Laden eignet sich vor allem für Anwendungsfälle mit Elektro-Lkw im urbanen Raum, die auf planbaren Routen unterwegs sind und über Nacht oder während regelmäßiger Standzeiten geladen werden können. Die Betriebsabläufe ändern sich somit in den meisten Fällen kaum oder gar nicht. Darüber hinaus entfallen die aufwändige Abrechnung und Authentifizierung berechtigter Fahrzeuge.

Intelligente digitale Lösungen für noch mehr Effizienz

Um das Beste aus ihrem eActros herauszuholen, gibt Mercedes-Benz Trucks seinen Kunden eine ganze Reihe digitaler Lösungen und Apps an die Hand. Über das im eActros serienmäßig verbaute Multimedia-Cockpit Interactive wird der Fahrer kontinuierlich über den Ladezustand der Batterien, die verbleibende Reichweite sowie den aktuellen und durchschnittlichen Energieverbrauch informiert. Flottenmanager können über das Fleetboard Portal digitale Lösungen zur effizienten Steuerung ihrer Flotte nutzen. Dazu werden unter anderem ein individuell ausgearbeitetes Charge Management System etwa für die Erstellung von Ladeprofilen sowie ein Logbook mit detaillierten Angaben zu Fahr-, Stand- und Ladezeiten zählen. Außerdem ein Mapping-Tool, das in Echtzeit anzeigt, wo sich ein Fahrzeug gerade befindet, ob es fährt, steht oder lädt und wie hoch der Ladezustand der Batterie ist.

Mercedes-Benz Complete und Uptime – digitaler Schutzschild auch für den eActros

Für den eActros ist auch Mercedes-Benz Complete verfügbar, der Servicevertrag mit dem Rundum-Sorglos-Paket. Das umfangreiche Leistungspaket deckt Werkstattarbeiten für Wartung und Reparatur des Gesamtfahrzeugs sowie des Antriebsstrangs inklusive Verschleißteile ab. Es beginnt mit der Koordination der Termine und reicht bis zur Rechnungsprüfung. So sind die Kunden umfassend abgesichert und das Fahrzeug ist nach Plan einsatzbereit.

Mit im Servicevertrag enthalten ist dabei immer die intensive Kundenbetreuung durch Mercedes-Benz Uptime. Denn für Fuhrparkbetreiber ist im täglichen Betrieb entscheidend, dass eventuelle Störungen möglichst rechtzeitig erkannt und behoben werden. Das intelligente System erfasst alle relevanten Fahrzeugdaten – vom Reifendruck über den Motor und nun auch bis hin zum Batteriezustand. In diesem Zusammenhang wurde Mercedes-Benz Uptime bereits um mehr als 100 e-spezifische Regeln erweitert, die zum Beispiel Ladevorgänge oder etwa Spannungsverläufe im Zusammenhang mit der Hochvoltbatterie kontinuierlich überwachen. Darüber hinaus sind die Informationen über das neue cloudbasierte Kundenportal verfügbar. Durch die Vernetzung von Fahrzeug, Mercedes-Benz Service und Transportunternehmen werden Werkstattaufenthalte planbarer und unvorhergesehene Ausfälle wie beispielsweise Pannen und Liegenbleiber können verhindert werden.

Hohe Sicherheit für den Fahrer und alle weiteren Verkehrsteilnehmer

Zahlreiche Assistenzsysteme und technische Vorrichtungen sorgen im eActros für ein hohes Maß an Sicherheit

  • Spezielle Crashelemente mit Aluminiumprofil können die Batterien im Falle eines Seitencrashs schützen, integrierte Sensoren können automatisch die Abschaltung der Hochvolt-Batterien veranlassen.
  • Da der eActros im Fahrbetrieb zumeist sehr geräuscharm leise ist, sorgt das serienmäßig verbaute Acoustic Vehicle Alerting System mit Warngeräuschen dafür, dass zum Beispiel Fußgänger und Radfahrer den Elektro-Lkw besser akustisch wahrnehmen.
  • Für mehr Sicherheit beim Rechtsabbiegen und im Längsverkehr sind im eActros serienmäßig der Abbiege-Assistent S1R und der Notbremsassistent Active Brake Assist der fünften Generation verbaut.

Bereits mit der jüngsten Actros-Generation mit konventionellem Dieselantrieb hat Mercedes-Benz Trucks eindrucksvoll aufgezeigt, welches Sicherheitsniveau heute auf der Straße möglich ist und mit welchen Maßnahmen der Hersteller seine Vision vom unfallfreien Fahren verfolgt. Mercedes-Benz Trucks hat beim eActros nicht nur die aktive Sicherheit, sondern auch die mit Elektrofahrzeugen beziehungsweise Hochvolt-(HV)Systemen verbundenen Herausforderungen im Blick.

Automatische oder manuelle Abschaltung des HV-Systems

Grundsätzlich sind im eActros die Batterien ebenso wie die HV-Leitungen und weitere HV-Komponenten so ausgelegt und abgesichert, dass sie bei einem Unfall die hohen Sicherheitsanforderungen von Mercedes-Benz Trucks ebenso wie die gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben erfüllen. Das in den Elektro-Lkw integrierte Battery Temperature Warning System überwacht ständig die Temperatur der HV-Batterien. Wenn die Temperatur zu hoch ist, wird durch die Alarmanlage im Fahrerhaus ein Warnton ausgegeben. Die Alarmanlage funktioniert auch bei ausgeschaltetem Fahrzeug. Bautechnisch sind zum Schutz der Batterien im Falle eines Seitencrashs am Rahmen spezielle Crashelemente angebracht. Das Aluminium-Profil dieser Elemente ermöglicht dabei die möglichst große Energieabsorption. Darin integriert sind darüber hinaus Sensoren, die einen Crashfall erkennen können. In diesem Fall würde automatisch die HV-Batterie vom Rest des Fahrzeugs getrennt werden. Für die Rettungskräfte sind unter den Sitzen zusätzlich Trennstellen vorgesehen, mit denen sie das HV-System deaktivieren können.

Beim Abschalten ist sichergestellt, dass innerhalb weniger Sekunden im HV-System außerhalb der Batterie keine verletzungsrelevante elektrische Restspannung mehr vorhanden ist. Neben der automatischen Abschaltung hat der Fahrer bei einer von ihm erkannten Gefahr jederzeit die Möglichkeit, manuell die im Fahrerhaus installierte HV-Abschaltung zu betätigen. Ohne zugeschaltetes HV-System ist die Antriebs- und Dauerbremsfunktion nicht mehr gegeben. Mit eingeschaltetem Niedervoltsystem (24V) funktionieren noch die Betriebsbremse, die Beleuchtung inklusive Warnblinker und die Lenkung.

Akustisches Warnsystem erhöht Wahrnehmung des eActros

Wie alle Elektrofahrzeuge ist auch der eActros zumeist sehr geräuscharm auf den Straßen unterwegs. Das kann in einzelnen Fällen zu gefährlichen Situationen führen, wenn zum Beispiel Fußgänger oder Radfahrer den Elektro-Lkw zu spät bemerken. Um solche Gefahrensituationen zu vermeiden, ist der eActros serienmäßig mit einem externen Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS) ausgestattet.

Das akustische Warnsystem im eActros besteht aus zwei Lautsprechern – einer vorne und einer hinten –, die miteinander verbunden und am Fahrzeug angeschlossen sind. Je nach Fahrbedingung werden dabei Töne für die Vorwärts- oder die Rückwärtsfahrt abgespielt. Das Vorwärtsgeräusch „simuliert“ ein leises Lüftergeräusch, bei der Rückwärtsfahrt wird ein intermittierender Klang aus zwei Tönen abgespielt.

Das AVAS übererfüllt die in der UNECE Regelung 138.01 definierten Geräuschpegelkriterien für die Vorwärtsfahrt um mindestens 10 dB und für die Rückwärtsfahrt um mindestens 15 dB. Somit kann eine gute Wahrnehmbarkeit des eActros sichergestellt sein. Der gesetzlich zugelassene Maximalpegel wird dabei nicht überschritten und auch subjektiv werden Fahrer oder Passant nicht gestört.

Zudem ist ein weiteres Sicherheitsfeature realisiert worden, das über die Anforderungen der UNECE Regelung 138.01 hinausgeht: Sobald der Fahrer auf „D“ schaltet und die Feststellbremse löst, wird das Geräusch für die Vorwärtsfahrt abgespielt, um das Fahrzeug besser akustisch wahrnehmen zu können. Schaltet der Fahrer auf „R“, ertönt das Geräusch für die Rückwärtsfahrt.

Mehr Sicherheit bei Rechtsabbiegemanövern

Die bessere Wahrnehmbarkeit eines Elektro-Lkw spielt vor allem auch beim Rechtsabbiegen eine ganz zentrale Rolle. Kommt es hier zu Unfällen, ist dies insbesondere für ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer oder Fußgänger, aber auch für die Lkw-Fahrer selbst mit das Schlimmste, was im innerstädtischen Straßenverkehr passieren kann. Um solche Unfälle möglichst ganz vermeiden oder zumindest die Unfallfolgen mindern zu können, verfügt der eActros serienmäßig über den Abbiege-Assistenten S1R. Sollte die Gefahr bestehen, dass ein Lkw-Fahrer beim Rechtsabbiegen einen Radfahrer oder Fußgänger im „toten Winkel“ wider Erwarten nicht sieht, kann das System unterstützend eingreifen und den Fahrer mit Hilfe eines mehrstufigen Prozesses warnen. Für die optischen Warnhinweise nutzt der Abbiege-Assistent das Display der MirrorCam, die auch im eActros anstelle der herkömmlichen Haupt- und Weitwinkelspiegel verbaut ist.

Herzstück des Abbiege-Assistenten sind zwei Nahbereichs-Radarsensoren am Rahmen auf der Beifahrerseite vor der Hinterachse des Lkw. Das System ist so ausgerichtet, dass es die Länge des gesamten Lastzugs plus zwei Meter nach vorn und bis zu einem Meter nach hinten sowie bis zu 3,75 Meter rechts neben dem Fahrzeug überwacht. Der Abbiege-Assistent S1R greift allerdings nicht aktiv in das Bremssystem ein. Es liegt in der Verantwortung des Fahrers, mit Unterstützung der Warnungen des Systems das Fahrzeug rechtzeitig abzubremsen.

Active Brake Assist 5 mit Fußgängererkennung

Einen hohen Anteil an Verkehrsunfällen unter Beteiligung schwerer Güterkraftfahrzeuge machen seit Jahren Kollisionen im Längsverkehr aus. Unfälle also, bei denen ein Lkw etwa infolge von Ablenkung, zu geringem Fahrabstand oder nicht angepasster Geschwindigkeit auf ein vorausfahrendes oder stehendes Fahrzeug auffährt. Mit dem im eActros serienmäßig verbauten Active Brake Assist (ABA) der fünften Generation können solche Unfälle grundsätzlich vermieden werden. Der ABA 5 arbeitet mit einer Kombination aus Radar- und Kamerasystem. Erkennt das System die Gefahr eines Unfalls mit einem vorausfahrenden Fahrzeug, einem stehenden Hindernis oder einer querenden, entgegenkommenden, in der eigenen Spur laufenden oder vor Schreck plötzlich stehenbleibenden Person, erfolgt zunächst eine optische und akustische Warnung des Fahrers. Reagiert der Fahrer nicht adäquat, leitet das System in einem zweiten Schritt eine Teilbremsung mit drei Metern pro Sekunde ein. Das entspricht etwa 50 Prozent der maximalen Bremsleistung. Droht trotzdem eine Kollision, führt der ABA 5 eine automatisierte Vollbremsung aus – auf bewegte Personen bis zu einer Fahrzeuggeschwindigkeit von 50 km/h. Zuletzt wird bei Stillstand automatisch die neue elektronische Feststellbremse eingelegt.

Mercedes-Benz Trucks verfolgt bei allen Assistenzsystemen das Ziel, den Fahrer innerhalb der Systemgrenzen beim Führen des Fahrzeugs so gut wie möglich zu unterstützen. Der Fahrer bleibt jedoch, wie auch gesetzlich normiert, zu jeder Zeit für das sichere Führen des Fahrzeugs vollumfänglich verantwortlich.

Nachhaltige und flexible Produktion

Das Serienmodell des eActros läuft in Wörth vom Band

  • Die elektrischen Lkw-Modelle werden in der Wörther Montage flexibel neben Lkw mit konventionellen Antrieben montiert.
  • Die eActros-Produktion wird vollständig in das Antriebsstrang- und Fahrzeugproduktionsnetzwerk von Mercedes-Benz Trucks integriert.
  • Das Netzwerk umfasst auch die Bearbeitung und Montage der elektrischen Hauptantriebskomponenten in den Werken Gaggenau (Komponenten für die e-Achse), Kassel (Montage und Test der e-Achse) und Mannheim (Montage der HV-Batterie-Pakete) sowie die Fahrzeugproduktion im Werk Wörth.

Herzstück der eActros-Serienfertigung ist die Produktionshalle in Gebäude 75 des Werks Wörth. Für die neuen Produktionsprozesse sind dort in den letzten Monaten intensive Vorbereitungen getroffen worden. Hierzu gehörte unter anderem das Errichten einer neuen Montagelinie. Vorgenommen werden hier insbesondere die Montage von Hochvolt-(HV)Komponenten wie den im Kompetenzcenter für emissionsfreie Mobilität KEM im Werk in Mannheim montierten Batteriepakete sowie die Inbetriebnahme des Fahrzeugs. Anschließend werden die Fahrzeuge zum Finish und die Endabnahme wieder in den regulären Produktionsablauf eingegliedert.

Eigens in Wörth hat Mercedes-Benz Trucks eine HV-Organisationsstruktur etabliert. Darüber hinaus haben die HV-Experten für die Montage des eActros eine Qualifizierung in der standorteigenen Aus- und Weiterbildung durchlaufen und in verschiedenen Lehrmodulen spezielle Kompetenzen im Umgang mit HV-Komponenten sowie elektrischen Lkw erworben.

In der Montage werden die elektrischen Lkw-Modelle flexibel neben Lkw mit konventionellen Antrieben gefertigt. Grundsätzlich soll der Aufbau verschiedener Fahrzeugtypen so weit wie möglich integriert stattfinden und die Grundstruktur des Fahrzeugs auf einem Band gebaut werden – unabhängig davon, ob ein konventioneller Verbrennungsmotor oder ein elektrischer Antriebsstrang eingebaut wird.

Ein Beispiel hierfür ist die e-Achse des Fahrzeugs, die aus dem Mercedes-Benz Werk Kassel stammt. Dort werden die e-Achsen inklusive des kompletten elektrischen Antriebsstrangs – bestehend aus Elektro-Motor und schaltbaren Getriebe-Elementen – montiert sowie deren finale Endkontrolle mit den Schwerpunkten Funktionsüberprüfung, Hochvoltsicherheit und Geräuschverhalten durchgeführt. Da die e-Achse prinzipiell auf der gleichen Basis wie die entsprechende konventionelle Baureihe aufgebaut ist, kann sie auf den bestehenden Montageanlagen parallel zu den konventionellen Baureihen vormontiert werden.

Mercedes-Benz Trucks nutzt somit die vorhandene Infrastruktur in der Montage, erhöht gleichzeitig die Stückzahl-Flexibilität der einzelnen Baureihen und kann somit die Transformation von konventionellen zu elektrischen Baureihen aktiv gestalten.

Statements des Managements und ausgewählter Kunden/Fahrer

Karin Rådström, Vorstandsmitglied der Daimler Truck AG, verantwortlich für Mercedes-Benz Trucks: „Wir müssen anerkennen, dass Transport ein Teil des Problems ist, wenn es um den Klimawandel geht. Gleichzeitig können und werden wir Teil der Lösung sein. Den Anfang macht unser eActros. Wir haben diesen Lkw in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden entwickelt, dabei wurden über eine halbe Million Testkilometer auf öffentlichen Straßen zurückgelegt. Der eActros und unsere dazugehörigen Services sind für Mercedes-Benz Trucks und unsere Kunden ein großer Schritt in Richtung CO2-neutraler Straßengüterverkehr.“

Andreas von Wallfeld, Leiter Vertrieb & Marketing von Mercedes-Benz Lkw: „Mit einer Reichweite von bis zu 400 Kilometern[7], einem zulässigen Gesamtgewicht mit Anhänger von bis zu 40 Tonnen und zwei leistungsstarken E-Motoren für eine Spitzenleistung von 400 kW ist der eActros für den täglichen Einsatz bei unseren Kunden bestens gerüstet. Neben dem Lkw unterstützen unsere digitalen Services und die neuen eConsulting-Teams unsere Kunden dabei, so einfach und nahtlos wie möglich auf E-Mobilität umzustellen – etwa wie bei Fragen zu Ladeinfrastruktur, Flottenintegration oder Routenplanung.“

Prof. Uwe Baake, Leiter Entwicklung Mercedes-Benz Trucks: „Der eActros ist serienmäßig mit bewährten Kerninnovationen wie MirrorCam und Multimedia-Cockpit Interactive sowie unseren Sicherheitssystemen wie Notbremsassistent mit Fußgängererkennung und Abbiege-Assistent ausgestattet. Zudem haben unsere Kunden keine Einbußen was das Fahrerlebnis anbelangt. Der eActros bietet durch seine kraftvolle Beschleunigung sowie seinen geringen Geräuschpegel einen hohen Fahrkomfort. Mit der kompakten zweimotorigen e-Achse erreichen wir eine Spitzenleistung von bis zu 400 kW.“

Rainer Schmitt, Geschäftsführer der Logistik Schmitt GmbH, Bietigheim: Ich empfinde mich so ein bisschen als Übergangsgeneration, bin mit Dieselgeruch in unserer eigenen Werkstatt aufgewachsen und jetzt schnuppern wir in das Thema der E-Mobilität hinein. Und dass wir daran mitmischen dürfen, macht uns natürlich stolz. Rund um die Uhr ist das Fahrzeug im Einsatz und integriert sich nahtlos in die Flotte.“

Wim Roks, Flottenmanager bei Simon Loos bv, Wognum: Die ersten Erfahrungen mit dem eActros sind sehr, sehr positiv. Menschen schauen sich um, machen Daumen-Hoch-Zeichen, ganz spontan in der Stadt. Mercedes-Benz hat tatsächlich mit dem Wagen auch das Know-how und die Dienstleistung geliefert, die es ermöglicht, dass die Ladeinfrastruktur mit dem Wagen funktioniert.“

Torsten Schuhmann, Fahrer bei EDEKA: Das Fahren mit dem eActros ist ein Traum. Der Anzug der Elektromotoren ist super, das Fahrzeug ist extrem leise. Mercedes-Benz hat hier einen vollwertigen elektrischen Lkw auf die Beine gestellt.“

Guillaume Fortanier, Fahrer bei Simon Loos bv, Zaandam: Am Anfang denkt man: Er ist nicht an. Andere Lkw- und auch Pkw-Fahrer sind sehr erstaunt, dass er so schnell mitkommt im Verkehr. Was ich meine: Er fährt genauso schnell an, wie ein normales Auto. Ich bin stolz darauf, dass ich mit dem Wagen fahren darf und kann.“

[1] Dies entspricht etwa dem Energieinhalt eines neuwertigen Batteriepacks inklusive Sicherheits- und Performance-Begrenzungen zur Aufrechterhaltung des Systembetriebs.

[2] Dies entspricht etwa dem Energieinhalt der installierten neuwertigen Batteriepacks inklusive Sicherheits- und Performance-Begrenzungen zur Aufrechterhaltung des Systembetriebs.

[3] Die Reichweite wurde unter optimalen Bedingungen, u.a. mit 4 Batteriepaketen nach Vorkonditionierung im teilbeladenen Verteilerverkehr ohne Anhänger bei 20°C Außentemperatur, intern ermittelt.

[4] Dies entspricht etwa dem Energieinhalt der installierten neuwertigen Batteriepacks inklusive Sicherheits- und Performance-Begrenzungen zur Aufrechterhaltung des Systembetriebs.

[6] Basierend auf intern ermittelten Erfahrungswerten unter optimalen Bedingungen, u.a. bei einer Umgebungstemperatur von 20°C.

[7] Die Reichweite wurde unter optimalen Bedingungen, u.a. mit 4 Batteriepaketen nach Vorkonditionierung im teilbeladenen Verteilerverkehr ohne Anhänger bei 20°C Außentemperatur, intern ermittelt.

Weitere Infos zur Weltpremiere des eActros gibt es unter folgenden Links:

http://media.daimler.com/go/mercedes-benzeactrosworldpremiere2021
(Kurzlink: d.ai/mbeactroswp2021)