Bruxelles,
29
Oktober
2020
|
10:53
Europe/Brussels

Erster Elektro-Lkw Mercedes-Benz auf belgischen Straßen

Erster Mercedes-Benz eActros in Belgien: Van Mieghem Logistics testet batterie-elektrischen Lkw

Zusammenfassung
  • Transport- und Logistikspezialist Van Mieghem Logistics startet Praxistest mit Mercedes-Benz eActros
  • Van Mieghem setzt 25-Tonnen-Lastwagen für die Auslieferung von u. a. pharmazeutischen Gütern und Lebensmitteln ein
  • Wechselbehälter mit elektrischem Kühlaggregat von Schmitz Cargobull ermöglicht emissionsfreien temperaturgeführten Transport

Brüssel – Mercedes-Benz setzt die Praxistests mit dem batteriebetriebenen Mercedes-Benz eActros fort. Zum ersten Mal nimmt mit Van Mieghem Logistics ein belgisches Logistikunternehmen den vollelektrischen Mercedes-Benz eActros in Betrieb. Das Familienunternehmen, das sich sowohl auf den internationalen Transport als auch auf den nationalen Vertrieb spezialisiert hat, testet den eActros auf täglichen Verteilungsfahrten von bis zu 200 Kilometern in der Nähe des Firmensitzes im belgischen Saintes.

Der Mercedes-Benz eActros wird zunächst für die Lieferung pharmazeutischer Güter an Krankenhäuser und Pflegeheime eingesetzt. Weitere Aufgaben sollen bald folgen. Der 25-Tonner mit einer Reichweite von rund 200 Kilometern ist mit einem Kühlwechselbehälter von Schmitz Cargobull ausgestattet, der ebenfalls elektrisch betrieben wird und somit emissionsfrei ist. Die Batterien des Lastwagens werden über Nacht im Lager des Unternehmens aufgeladen.

Peter Brock, CEO bei Mercedes-Benz Trucks Belgien und Luxemburg: „Der eActros wurde seit 2018 in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden intensiven Kundentests unterzogen. Wir sind stolz darauf, dass wir jetzt den ersten vollelektrischen eActros in Belgien haben, der von Van Mieghem Logistics, einem geschätzten Logistikunternehmen des Landes, getestet wurde.“

Laurent Van Mieghem, Mitglied der Geschäftsleitung bei Van Mieghem Logistics: „Der Schutz der natürlichen Ressourcen ist ein integraler Bestandteil unserer Unternehmenstätigkeit. Aus diesem Grund haben wir bereits in Sonnenkollektoren auf unserer neuen Lagerhalle investiert und prüfen auch die Installation von Windturbinen auf unserem Firmengelände, die ideal wären, um in Zukunft unsere eigene Energie für den Antrieb von elektrischen Lastwagen und Logistiklagern zu generieren. Unser Interesse an CNG- oder LNG-betriebenen Lastwagen war schon immer sehr gering, da sie immer noch fossile Brennstoffe verwenden. Ein vollelektrischer Lkw hat uns jedoch schon immer beschäftigt, und als Logistikunternehmen mit einem Fuhrpark, der zu 90 % aus Mercedes-Benz-Fahrzeugen besteht, lag es nur auf der Hand, dass wir sehr an einer Teilnahme an den Tests mit dem Mercedes-Benz eActros interessiert waren. Das ist für unser Unternehmen der Weg, um eine CO2-neutrale Transportlösung zu realisieren, die unseren Unternehmenswerten der Nachhaltigkeit entspricht und uns in Sachen moderner und umweltfreundlicher Technologie in eine führende Position bringt“.

Wechselbehälter mit elektrischer Kühleinheit von Schmitz Cargobull

Der von Van Mieghem Logistics verwendete Wechselbehälter des eActros ist das Modell W.KO COOL von Schmitz Cargobull. Es verfügt über eine optimierte Isolierung für den energieeffizienten Transport von Gefriergut. Seine robuste Konstruktion ist ideal für den intensiven täglichen Gebrauch. Das rein elektrisch betriebene Kühlaggregat arbeitet völlig emissionsfrei und ist speziell für den Einsatz im Verteilerverkehr konzipiert. Der Fahrzeugaufbau wird auch in der zweiten Testphase weitgehend von Schmitz Cargobull zur Verfügung gestellt.

Boris Billich, Vorstandsmitglied bei Schmitz Cargobull: „Schmitz Cargobull treibt die Entwicklung umweltfreundlicherer und nachhaltiger Verkehrskonzepte aktiv voran. Der emissionsfreie Kühlwechselbehälter W.KO COOL ist ein erfolgreicher Beweis für diese Bemühungen. Wir freuen uns und fühlen uns geehrt, dass Van Mieghem Logistics ihn zusammen mit dem eActros verwendet.“

Zahlreiche Erkenntnisse aus der ersten Phase

Seit 2020 befindet sich der eActros in der zweiten Phase seiner praktischen Erprobung als Teil der so genannten „Innovationsflotte“. Eine der vielen Erkenntnisse aus den Praxistests ist, dass sich die Reichweite des eActros von rund 200 Kilometern als absolut realistisch erwiesen hat – unabhängig von Nutzlast, Strecke oder Topographie. Der eActros steht einem herkömmlichen Diesel-Lkw in Bezug auf Verfügbarkeit und Leistung im Stadtverkehr, auf Autobahnen oder Überlandstrecken in nichts nach. Das Kühlsystem für die Fracht, aber auch die Klimaanlage – beides elektrisch betrieben – funktionierten sowohl bei extremer Hitze als auch im Winter ohne jede Einschränkung. Die Fahrer sind sehr zufrieden mit der kontinuierlichen Verfügbarkeit des Drehmoments über den gesamten Drehzahlbereich. Sie berichten insbesondere auch über die ruhige Fahrweise und ein angenehmes, geschmeidiges Fahrerlebnis. Darüber hinaus kann bei vorausschauender Fahrweise elektrische Energie durch Rekuperation, d. h. Motorbremsung, zurückgewonnen werden. Es ist dann selten notwendig, das Bremspedal zu betätigen.

Der eActros: eine auf lokaler Ebene CO2-neutrale Alternative für den städtischen Verteilerverkehr

Der eActros basiert auf der Karosserie des Mercedes-Benz Actros. Darüber hinaus ist die Architektur des Fahrzeugs jedoch vollständig auf den Elektroantrieb ausgerichtet und weist einen hohen Anteil an spezifischen Teilen auf. Der Antrieb erfolgt durch zwei Elektromotoren in der Nähe der Hinterachs-Radnaben mit einer Leistung von je 126 kW und einem maximalen Drehmoment von je 485 Nm. Daraus ergeben sich nach dem Übersetzungsverhältnis jeweils 11.000 Nm, was einer Leistung entspricht, die der eines konventionellen Lkw entspricht. Lithium-Ionen-Batterien mit 240 kWh liefern die Energie für den e-Actros. Abhängig von der verfügbaren Ladeleistung können die Batterien innerhalb von drei Stunden (bei 80 kW) vollständig aufgeladen werden.

Die Entwicklung und Erprobung von elektrischen Schwerlastern im Verteilerverkehr wird zum Teil vom Bundesumweltministerium (BMU) und zum Teil vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des Projekts Konzept ELV² gefördert.

Der eActros in Serienproduktion: herausragende Leistung

Der in Serienproduktion hergestellte eActros wird dem Prototyp in einer Reihe von Aspekten wie Reichweite, Leistung und Sicherheit deutlich überlegen sein. Der eActros wird als zwei- und dreiachsiges Fahrzeug auf den Markt kommen. Der Start der Serienproduktion ist für das Jahr 2021 im Werk Wörth am Rhein geplant. Darüber hinaus wird Daimler Truck das Fahrzeug in ein ganzheitliches Ökosystem einbetten, das auch Beratungsdienstleistungen im Zusammenhang mit der E-Mobilität umfasst. Dazu gehören Streckenanalysen, die Prüfung auf mögliche Subventionen, die Unterstützung bei der operativen Flottenintegration und die Entwicklung geeigneter Ladeinfrastrukturlösungen.